Wenn Tanzen Kinderrechte lebendig macht
- 14. März
- 3 Min. Lesezeit
Neulich stand ich wieder in einem Tanzraum voller Kinder. Barfuß, neugierig, laut, leise, wild und vorsichtig zugleich. Während wir gemeinsam tanzten, wurde mir plötzlich etwas klar: Wir leben hier gerade Kinderrechte – ohne sie überhaupt beim Namen zu nennen.
Denn im Tanzen mit Kindern entstehen ganz selbstverständlich Räume für das, wofür es sonst oft lange Regelwerke braucht: Bewegung, Kreativität, Mitbestimmung und Respekt. Alles ist da. Und alles ist in Bewegung.

Kinderrechte – die vier GrundprinzipienKinderrechte gelten für alle Kinder – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder Fähigkeiten. Die UN-Kinderrechtskonvention fasst sie in vier Grundprinzipien zusammen:
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Tanz kann das alles. Jedes Kind kann tanzen. Unabhängig von Körper, Herkunft oder Bildungsstand. Tanz ist Leben. Tanz stärkt das Körpergefühl, das Selbstbewusstsein, die Kreativität – und ganz nebenbei auch die Gesundheit. In meinen Tanzstunden gilt eine einfache, aber sehr kraftvolle Regel: „Ich tue mir nicht weh – und ich tue niemand anderem weh.“ (Ja, weh tun kann man auch mit Worten.) Damit fördert Tanz nicht nur persönliche Entwicklung, sondern schützt auch das Wohl der Kinder. Vor allem im zeitgenössischen Tanz und in der Improvisation ist die aktive Beteiligung der Kinder zentral: eigene Ideen, eigene Lösungen, eigene Wege.
Aber was, wenn wir Kinderrechte ganz bewusst thematisieren wollen? Diese Frage stellte sich meiner Kollegin Eva Seidl und mir, als wir anlässlich 75 Jahre Grundgesetz von der Stadt München gefragt wurden, einen Workshop für Kita-Kinder zu Demokratie, Grundgesetz und Kinderrechten zu gestalten.
45 Minuten.Große Themen.Kleine Menschen.
Was passt da überhaupt rein? Wir entschieden uns für zwei zentrale Rechte:
Heruntergebrochen wurde daraus unser Thema:
MEIN Körper. MEIN Raum.
Und plötzlich waren wir mitten in einer – fast klassischen – Kindertanzstunde. |
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Was wir getanzt haben
Das Herzstück war der eigene Raum. Jedes Kind überlegte: Wie groß soll mein Raum sein, damit er sich gut anfühlt? Dieser Raum wurde mit Tesakrepp (oder in anderen Gruppen mit Seilen) markiert. Und was dann passierte, war erstaunlich: Die Kinder gingen respektvoll, achtsam und vorsichtig mit diesen Grenzen um. Sie tanzten um die „Häuser“ herum, ohne sie zu betreten oder kaputt zu machen. Bei Musikstopp kehrte jedes Kind in sein eigenes Haus zurück. Später durften sie entscheiden:
Wie besucht man jemanden? Diese Frage wurde zur Fundgrube für Kreativität:
Und ganz wichtig: Der Besuchte durfte Nein sagen – oder einladen. Wie finden zwei Kinder Platz in einem sehr kleinen, vielleicht sogar fragilen Raum? Auch hier entstanden wunderbare Lösungen. Manchmal körperlich. Manchmal mit unsichtbarem Kuchen oder Keksen, die geteilt wurden. Mein Fazit Kinder verstehen Kinderrechte.Nicht über Begriffe – sondern über Erfahrung. Im Tanz können sie spüren:
Lass diese Gedanken weiterwirken – in deiner Arbeit, im Tanz, im Raum mit Kindern. Deine Ute von Tanzpunkt 2.0 |





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